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Antarktis: Concordia meldet –84,1 °C

Heiner Kubny 5. August 2026 | Antarktis, Forschung, Ost-Antarktis, Südpol
Die französisch-italienische Forschungsstation Concordia auf dem antarktischen Hochplateau von Dome C liegt in einer sternenklaren Polarnacht unter einem spektakulären Polarlicht. Hier wurde am 18. Juli 2026 mit –84,1 °C die tiefste an einer Wetterstation gemessene Lufttemperatur weltweit seit 2012 registriert. (Foto: IPEV / PNRA)

Mitten in der antarktischen Polarnacht hat die französisch-italienische Forschungsstation Concordia einen außergewöhnlichen Tiefstwert gemessen. Am 18. Juli 2026 sank die Lufttemperatur auf minus 84,1 Grad Celsius – der niedrigste an einer Wetterstation registrierte Wert weltweit seit 2012. Der offizielle Kälterekord der Erde bleibt jedoch weiterhin der an der russischen Wostok-Station gemessene Wert von minus 89,2 Grad Celsius aus dem Jahr 1983.

Die gemütliche Bibliothek und der Aufenthaltsraum der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia bieten den Überwinternden einen wichtigen Ort für Erholung und Begegnung. Während draußen Temperaturen von unter –80 °C herrschen und monatelang Polarnacht ist, verbringen die Forschenden hier einen Teil ihres Alltags. (Foto: N. Purvis / IPEV / PNRA)

Während große Teile Europas und Nordamerikas unter einer Hitzewelle litten, herrschten auf dem rund 3.200 Meter hohen Eisplateau von Dome C ideale Bedingungen für extreme Kälte. In der monatelangen Polarnacht erreicht kein Sonnenlicht die Oberfläche. Gleichzeitig ist die Luft über dem antarktischen Eisschild außergewöhnlich trocken. Unter wolkenfreiem Himmel kann die verbliebene Wärme nahezu ungehindert in den Weltraum abstrahlen – ein Prozess, der durch die große Höhe der Ostantarktis zusätzlich verstärkt wird.

Die Messung erfolgte an der gemeinsam von Frankreich und Italien betriebenen Concordia-Station. Am frühen Morgen des 18. Juli 2026 wurde der Tiefstwert von minus 84,1 Grad Celsius innerhalb von nur neun Minuten sogar zweimal registriert. Temperaturen unter minus 80 Grad sind in Concordia während des Hochwinters zwar nicht ungewöhnlich, doch Werte unter minus 84 Grad zählen selbst dort zu den seltenen Ereignissen.

Die französisch-italienische Forschungsstation Concordia liegt auf dem antarktischen Hochplateau von Dome C auf rund 3.230 Metern Höhe. Die isolierte Station zählt zu den kältesten dauerhaft bewohnten Orten der Erde und dient als wichtiger Standort für Klima-, Atmosphären- und Weltraumforschung. (Foto: IPEV / PNRA)

Der außergewöhnliche Kälteeinbruch steht nicht im Widerspruch zur globalen Erwärmung. Vielmehr zeigt er, dass über dem antarktischen Hochplateau unter bestimmten Wetterlagen weiterhin extreme lokale Temperaturminima entstehen können. Solche Messungen sind für die Klimaforschung besonders wertvoll, da sie helfen, Wetter- und Klimamodelle unter den extremsten Bedingungen der Erde zu überprüfen und zu verbessern.

Heiner Kubny, PolarJournal

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