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Arktistouristen leisten Tausende Beiträge zur Wissenschaft

Yana Kirichenko 2. Oktober 2026 | Arktis, Expeditionen, Forschung, Gesellschaft, Tiere, Tourismus, Wissenschaft
Die MS Roald Amundsen, eines der speziell für Reisen in Polargewässer gebauten Schiffe von HX Expeditions, aufgenommen 2020 in der Antarktis. (Bild: Wolfgang Fricke / CC BY 3.0 / zugeschnitten)

Ein großer Expeditionskreuzfahrtanbieter meldet im Jahr seines 130-jährigen Bestehens einen Rekord von 26.491 Citizen-Science-Beiträgen auf seinen Arktisreisen.

Manchmal können auch Urlaub und Freizeitreisen einen Beitrag zur Wissenschaft leisten. HX Expeditions, das sich selbst als weltweit ersten und am längsten bestehenden Anbieter von Expeditionskreuzfahrten bezeichnet, hat im Jubiläumsjahr des Unternehmens eine Rekordsaison für Citizen Science in der Arktis gemeldet.

Nach Angaben des Unternehmens betreibt HX fünf Schiffe und bietet Reisen zu mehr als 250 Reisezielen in über 30 Ländern an, mit einem starken Schwerpunkt auf den Polarregionen. Die diesjährige Arktissaison umfasste 31 Reisen, bei denen Passagiere und Expeditionsteams 26.491 Citizen-Science-Beiträge leisteten.

Von Wildtieren bis zu den Wolken

Die Beiträge stammten aus neun Citizen-Science-Programmen. Fast 89 Prozent waren Beobachtungen, die bei iNaturalist eingereicht wurden, einer frei verfügbaren Plattform mit einer mobilen App, über die jeder Begegnungen mit wildlebenden Organismen anhand von Fotos oder Tonaufnahmen dokumentieren kann. Beobachtungen, die die Datenqualitätskriterien erfüllen, können den Status „Research Grade“ erhalten und an Biodiversitätsdatenbanken weitergegeben werden, die von Forschenden genutzt werden.

Viele weitere Beiträge umfassten ebenfalls das Beobachten, Fotografieren oder Dokumentieren der natürlichen Umwelt. Die Teilnehmenden übermittelten 1.286 Meeressäuger-Beobachtungen an ORCA, 1.183 Vogelbeobachtungen an eBird, 203 Wolkenbeobachtungen an NASA GLOBE Cloud Observer und 73 Beiträge an das Walidentifikationsprojekt Happywhale. In geringerer Zahl wurden Polarlichter, schädliche Algenblüten und Meeresmüll dokumentiert.

Die Passagiere führten außerdem 181 Messungen mit Secchi-Scheiben durch, einer einfachen und in der Gewässerforschung weit verbreiteten Methode. Dabei wird eine einfache, an einer Leine befestigte Scheibe ins Wasser abgesenkt, bis sie nicht mehr sichtbar ist. Die Tiefe, in der dies geschieht, wird als Secchi-Tiefe bezeichnet und dient als Maß für die Transparenz des Wassers.

Eine Secchi-Scheibe, die normalerweise weiß oder schwarz-weiß gemustert ist, wird ins Wasser abgesenkt, um die Wassertransparenz anhand der Tiefe zu messen, in der sie nicht mehr sichtbar ist. (Bild: Public Domain)

Tourismus und Wissenschaft haben eine gemeinsame Geschichte

Das diesjährige Jubiläum und die Rekordzahlen ziehen besondere Aufmerksamkeit auf sich, doch Wissenschaft ist schon lange Teil der Expeditionen des Unternehmens. Nach Angaben von HX brachte bereits die erste Expeditionskreuzfahrt des Unternehmens nach Svalbard im Jahr 1896 Touristen und Forschende zusammen.

Heute umfasst laut HX jede Reise mindestens zwei Citizen-Science-Projekte. Das Unternehmen nimmt außerdem professionelle Forschende an Bord seiner Schiffe auf und arbeitet mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen.

Citizen Science kann professionelle Forschung nicht ersetzen, doch ihre Größenordnung ist eine grundlegende Stärke. Viele Menschen können über große Gebiete und lange Zeiträume hinweg Beobachtungen sammeln, auch in abgelegenen Regionen wie der Arktis. Citizen Science umfasst zudem viele weitere Formen über die hier beschriebenen hinaus und bietet Menschen unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu beteiligen. In vielen Fällen ist die Teilnahme leicht zugänglich und erfordert kaum mehr als Neugier und die Bereitschaft, Beobachtungen sorgfältig zu dokumentieren.

Dr. Yana Kirichenko, PolarJournal

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