China und Russland planen neue Containerflotte für die Arktis

China und Russland treiben ihre Pläne für einen regelmäßigen Containerverkehr über die Nördliche Seeroute voran. Die chinesische Reederei NewNew Shipping Line und der russische Staatskonzern Rosatom entwickeln bis zu fünf große eisgängige Containerschiffe der Klasse Arc7. Langfristig sollen sie die Route auch außerhalb der kurzen Sommersaison befahren können.
Auf dem Eastern Economic Forum 2026 bestätigte Rosatom Anfang September, dass die Entwicklung der neuen Schiffe gemeinsam mit NewNew Shipping weiter vorangetrieben wird. Der Entwurf für den arktischen Containerschiffstyp war bereits im Frühjahr von Rosatom abgenommen worden.

Die geplanten Schiffe sollen 255 Meter lang und 35 Meter breit werden und mehr als 4.800 Standardcontainer (TEU) aufnehmen können. Ihre Eisklasse Arc7 soll es ihnen ermöglichen, einjähriges Meereis von bis zu 1,7 Metern Dicke selbstständig zu durchfahren. Bei schwierigeren Eisbedingungen könnten die russischen Atomeisbrecher Unterstützung leisten. Die Schiffsbreite wurde dabei auf die Fahrrinnen der modernen russischen Projekt-22220-Eisbrecher abgestimmt.
Rosatom und NewNew Shipping arbeiten bereits seit 2024 daran, eine regelmäßige Containerverbindung zwischen China und Russland durch die Arktis aufzubauen. Die fünf neuen Schiffe wären dabei ein wichtiger Schritt vom saisonalen Verkehr hin zu einer längeren oder langfristig ganzjährigen Nutzung der Nördlichen Seeroute.

Noch befindet sich das Vorhaben allerdings in der Planungsphase. Nach den bislang veröffentlichten Informationen hat der Bau der fünf Arc7-Containerschiffe noch nicht begonnen, auch eine Werft wurde nicht endgültig bekannt gegeben.
Das Projekt zeigt dennoch, wie stark China und Russland ihre Zusammenarbeit in der Arktis ausbauen wollen. Aus einzelnen sommerlichen Containerfahrten könnte in Zukunft eine regelmäßige arktische Schifffahrtsverbindung zwischen Asien und Russland entstehen.
Heiner Kubny, PolarJournal