Die Frauen hinter RADIO ARCTIC
Anna Diljá Sigurðardóttir und Gudrun Havsteen-Mikkelsen kommen aus dem Designbereich, nutzen nun aber das Medium Klänge, um die Pole zu erschließen.
Der Partner von Polar Journal AG, RADIO ARCTIC, wurde letztes Jahr gegründet und hat bereits mehrere gründlich recherchierte Radiosendungen und Podcast-Episoden ausgestrahlt.
RADIO ARCTIC ist eine Radioplattform für Diskussionen über arktische Themen, die Geopolitik mit Klimadaten verbindet. Die Plattform veranstaltet und produziert seine Sendungen und Podcasts in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Forschung, Journalismus, Kunst und anderen Bereichen. Durch die Arbeit mit Open-Source-Daten von arktischen Wetterstationen entwirft der Radiosender Zukunftsprognosen für die Arktis.
Hier stellen wir euch Anna Diljá Sigurðardóttir und Gudrun Havsteen-Mikkelsen vor, die beiden Frauen hinter RADIO ARCTIC, und erzählen unter anderem, warum die Person, die sie am liebsten interviewt hätten, ein russischer Polarforscher ist.
Polar Journal AG: Warum habt ihr Radio Arctic gegründet?
RADIO ARCTIC: „Wir sahen eine Gelegenheit, uns mit Themen zu beschäftigen, die uns beide betreffen und interessieren. Radio Arctic wurde gegründet, um an den Diskussionen über die wissenschaftlichen und politischen Veränderungen in der arktischen Region teilzunehmen.“
„Es dient uns auch als Anreiz, mehr über diese Entwicklungen zu erfahren und sie einem breiteren Publikum zu vermitteln. Wir haben die Notwendigkeit erkannt, uns mit gesprochenen Medien wie Radio und Podcasts zu beschäftigen, da wir das Audioformat als eine Form der „visuellen Übersetzung“ betrachten.
„Dieser Ansatz fördert das Verständnis verschiedener Themen und ermöglicht es dem Publikum, das mit den Entwicklungen in der Arktis und Antarktis vielleicht nicht vertraut ist, sich vertieft mit dem Thema zu beschäftigen.“
„Unser Schwerpunkt liegt auf Geopolitik, Wissenschaft, Umwelt und sozialen Themen in beiden Polarregionen. Mit „visueller Übersetzung“ meinen wir unsere Online-Website, unsere Karten (die unter Verwendung von Open-Source-Daten erstellt werden) und unsere Teilnahme an übertragenen Veranstaltungen wie verschiedenen Arktis-Konferenzen.“
PJ: Was ist das Ziel von Radio Arctic?
RA: „Radio Arctic ist eine interdisziplinäre Plattform, die die Aufmerksamkeit auf die Polarregionen, insbesondere die Arktis, lenken soll. Unser Ziel ist es, die Zukunft dieser Regionen zu prognostizieren und zu kommunizieren, indem wir Echtzeitdaten mit digitalem Design verbinden.“
„Wir betonen die Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Politik, indem wir verschiedene Fachleute zu Themen im Zusammenhang mit der Arktis und der Antarktis interviewen und so ein Publikum erreichen, das normalerweise nicht mit den Ereignissen an den Polen vertraut ist.“
„Unsere Online-Plattform dient als Drehscheibe für den Austausch von Erkenntnissen und zur Förderung eines umfassenden Verständnisses der Bedeutung der Polarregionen und ihrer globalen Auswirkungen. In diesem Sinne freuen wir uns auch sehr über die Zusammenarbeit mit Polar Journal AG.“
PJ: Könnt ihr in ein paar Sätzen euren Hintergrund beschreiben und wie ihr dazu gekommen seid, mit Radio Arctic zu arbeiten?
RA: „Wir haben uns während unseres Studiums an der Design Academy Eindhoven in den Niederlanden kennengelernt. Nach unserem Abschluss haben wir festgestellt, dass unsere Designpraktiken zusammenpassen. Wir konzentrieren uns auf die Erforschung von Gebieten an Land und im Meer, ihre natürlichen Ressourcen, ihr Klima und ihre geopolitischen Ansprüche.“
„Im Laufe der Jahre, bevor wir Radio Arctic gegründet haben, hatten wir individuell mit verschiedenen Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammengearbeitet und auch die Industrie beobachtet, die diese Gebiete prägt.“
„Unsere Wege kreuzten sich im Jahr 2023 in Reykjavík, Island. Wir sahen die Gelegenheit, unsere Designpraktiken zu kombinieren und gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, das unsere Stärken und Interessen vereinte. Dies führte zur Gründung von Radio Arctic, und nur wenige Monate später haben wir unsere erste Podiumsdiskussion und Podcasts auf der Arctic Circle Versammlung ausgestrahlt.“
„Über das Radio diskutieren wir Themen und Informationen, die für die Öffentlichkeit aufgrund der exklusiven Konferenzsituationen und der komplexen wissenschaftlichen Terminologie oft schwer zugänglich sind. Indem wir das Medium Ton nutzen, machen wir die Erkenntnisse der Experten zugänglicher und leichter verständlich, insbesondere wenn wir die Politik der Pole diskutieren.“
PJ: Wenn ihr euren Podcast jemandem anbieten müssten, der ihn noch nie gehört hat, wie würdet ihr ihn verkaufen?
RA: „Radio Arctic erkundet die Grenzen von Wissenschaft, Politik und Umweltveränderungen an den Polen. Als Live-Radio-Plattform bringen wir die drängenden Themen der Arktis und Antarktis zu euch und verwandeln Interviews, Panels und Diskussionen in spannende Podcast-Episoden.“
„Wir tauchen tief in die kritischen Themen ein, die die Polarregionen betreffen, indem wir führende Fachleute und leidenschaftliche junge Stimmen interviewen. Unsere Plattform geht über Audio hinaus und bietet visuelle Inhalte wie Grafiken und Videos, um euch ein umfassendes Verständnis für diese sich verändernden Gebiete zu vermitteln.“
PJ: Warum glaubt ihr, dass die Arktis als Thema für Menschen, die nicht aus der Region kommen, wichtig ist?
RA: „Um auf frühere Interviewpartner in unseren Podcasts Bezug zu nehmen: Alles, was in der Arktis geschieht, beeinflusst auch das, was außerhalb der Arktis geschieht. Die Entwicklung der Arktis – sei es die wissenschaftliche Forschung, die wirtschaftliche Entwicklung oder die Geopolitik – ist durch globale Systeme und komplexe Phänomene miteinander verbunden. Die globalen Auswirkungen des Klimawandels sind ein klarer Beweis für diese Verflechtung.“
PJ: Welches ist euer bisheriges Lieblingsinterview für den Podcast und warum?
RA: „Unsere Lieblings-Podcasts sind die, die wir live übertragen haben, bei denen wir uns den Raum mit den Fachleuten teilen, die wir interviewen. Wir sind der Meinung, dass Live-Übertragungen eine zusätzliche Ebene der Präsenz, Unmittelbarkeit und Relevanz bieten. Dieses Format ermöglicht auch Spontaneität in den Interviews und schafft eine engere Verbindung zu unserem Publikum.“
PJ: Wenn ihr euch jemanden global aussuchen könntet, wen würdet ihr am liebsten für Radio Arctic interviewen (und warum)?
RA: „Aufgrund der Tatsache, dass mehr als ⅓ der arktischen Region russisches Territorium ist, haben wir das Gefühl und haben sehr oft gehört, dass die russische Bevölkerung in der Arktis am meisten gefährdet ist, was die Auswirkungen des Klimawandels und den Mangel an Sicherheit und Rettung betrifft.“
„In diesem Sinne hätten wir gerne den russischen Polarforscher Artur N. Chilingarov interviewt, wenn er nicht letzten Monat verstorben wäre. Er leitete die russische Expedition, die 2007 die russische Flagge auf dem Meeresboden des Nordpols aufstellte, und ist einer der Insider dessen, was das Regime in Kreml in der Arktis zu tun gedenkt, was natürlich auch den Rest der Welt betrifft.“
Schaltet ein unter radioarctic.net oder über Soundcloud. RADIO ARCTIC wurde im Jahr 2023 von Anna Diljá Sigurðardóttir und Gudrun Havsteen-Mikkelsen gegründet.
Ole Ellekrog, Polar Journal AG
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