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Erste „Woolly Mouse“ als Schritt zur Wiederbelebung des Mammuts

Forschende haben eine genetisch veränderte „Wollmaus“ entwickelt. Laut Colossal Biosciences ist sie ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur möglichen Wiederbelebung des Wollhaarmammuts.

Eine gentechnisch veränderte Maus mit auffällig dichtem, wolligem Fell sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in der Wissenschaft. Die sogenannte „Woolly Mouse“ gilt als möglicher erster Schritt hin zur Wiederbelebung ausgestorbener Arten, insbesondere des Wollhaarmammuts.

Das US-Unternehmen Colossal Biosciences verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Bis zum Jahr 2028 soll eine Mammut-ähnliche Hybridart entstehen. Dabei wollen Forschende genetische Eigenschaften des Wollmammuts in den nächsten lebenden Verwandten, den asiatischen Elefanten, integrieren. Ziel ist ein Tier, das an extreme Kälte angepasst ist und in arktischen Regionen überleben kann.

Es klingt wie aus „Jurassic Park“, aber die von einem texanischen Unternehmen entwickelten genmanipulierten Wollmammutmäuse sind tatsächlich Realität. (Foto: Colossal Biosciences)

Bevor jedoch Experimente an Elefanten durchgeführt werden, testet das Team seine Methoden an kleineren Tieren. Im aktuellen Versuch identifizierten die Forschenden mehrere genetische Unterschiede zwischen Mammuts und Elefanten, die etwa Fellstruktur, Körperfett und Farbe beeinflussen. Mithilfe moderner Gen-Editing-Technologien wurden gezielt Veränderungen an Mäusegenen vorgenommen. Das Resultat ist eine Maus mit goldenem, dichtem und welligem Fell, das an das eines Wollmammuts erinnert.

Trotz dieses Fortschritts gibt es auch kritische Stimmen aus der Wissenschaft. Der Evolutionsbiologe Robin Lovell-Badge betont, dass unklar sei, ob die veränderten Mäuse tatsächlich besser an Kälte angepasst sind. Damit bleibe eine zentrale Frage unbeantwortet: Ob solche genetischen Eingriffe tatsächlich funktionale Mammut-Eigenschaften erzeugen können.

Vom Labor zur Eiszeit: «Wollige Maus» soll Rückkehr des Mammuts vorbereiten.

Auch andere Experten äußern Zweifel an der Machbarkeit des Projekts. Die Genforscherin Tori Herridge weist darauf hin, dass selbst umfangreiche genetische Anpassungen nur eine Annäherung an ein ausgestorbenes Tier ermöglichen würden, ein echtes Mammut könne so nicht zurückgebracht werden.

Neben wissenschaftlichen Bedenken gibt es auch ethische und ökologische Kritik. Einige Stimmen hinterfragen, ob die erheblichen finanziellen Mittel, Colossal Biosciences hat seit 2021 mehrere hundert Millionen Dollar investiert, nicht sinnvoller in den Schutz bedrohter Arten investiert werden sollten. Zudem könnte die Nutzung lebender Verwandter ausgestorbener Tiere, etwa bei Projekten rund um den Dodo, zusätzliche Risiken für diese Arten mit sich bringen.

Die Forschenden selbst sehen in ihrem Vorhaben jedoch großes Potenzial für den Klimaschutz. Sie argumentieren, dass Mammut-ähnliche Tiere durch ihr Verhalten in arktischen Regionen das Auftauen von Permafrostböden verlangsamen könnten. Dadurch würde weniger klimaschädlicher Kohlenstoff freigesetzt.

Ob die „Woolly Mouse“ tatsächlich der erste Schritt zur Rückkehr des Mammuts ist oder eher ein spektakuläres, aber begrenztes Experiment bleibt, ist derzeit offen. Sicher ist jedoch: Das Projekt wirft grundlegende Fragen über die Möglichkeiten und Grenzen moderner Gentechnik auf.

Rosamaria Kubny, PolarJournal

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