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«MONACA» nach sechs Tagen geborgen

Heiner Kubny 7. April 2026 | Antarktis, Expeditionen, Wissenschaft
Der autonome Unterwasserroboter «MONACA», entwickelt von der Universität Tokio und dem Nationalen Institut für Polarforschung, arbeitet ohne Kabelverbindung und führt seine Missionen vollständig selbstständig aus, im Gegensatz zu klassischen ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen. (Foto: JARE67 Miho Ikeda)

Nach tagelanger Suche ist der autonome Unterwasserroboter «MONACA» erfolgreich geborgen worden. Das Fahrzeug war seit einem Navigationstest am 15. März im Rahmen der 67. japanischen Antarktisexpedition vermisst worden.

Der von der Universität Tokio und dem Nationalen Institut für Polarforschung entwickelte Roboter zählt zu den autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUV) und wurde speziell für Einsätze unter dem antarktischen Meereis konzipiert. Ziel der aktuellen Mission war es, erstmals eine längere kabellose Strecke von bis zu zwei Kilometern zurückzulegen.

Während eines Einsatzes verschwand der Roboter nach seiner ersten kabellosen Navigation und galt mehrere Tage als vermisst, bevor er am 21. März, sechs Tage später, schließlich wieder gesichtet werden konnte. (Foto: JARE67 Miho Ikeda)

Während des Tests am 15. März absolvierte «MONACA» zunächst planmäßig mehrere Fahrten. Gegen Mittag zeigte das akustische Ortungssystem an, dass das Fahrzeug aufgetaucht sei. Eine visuelle Bestätigung blieb jedoch aus. Experten gehen davon aus, dass «MONACA» unter einer Eisscholle eingeschlossen war, nachdem sich Eis, Wind und Strömungen unerwartet verlagert hatten.

Trotz mehrfacher akustischer Steuerbefehle, mit denen das Fahrzeug erneut tauchen und an anderer Stelle auftauchen sollte, konnte «MONACA» nicht lokalisiert werden. Die Suche wurde noch am selben Tag bis in die Abendstunden fortgesetzt, blieb jedoch erfolglos. Auch in den folgenden Tagen führten koordinierte Suchaktionen nicht zum Erfolg, sodass die Operation am 19. März vorläufig eingestellt wurde.

Eine überraschende Wende brachte die Nacht zum 20. März: Über die Iridium-Bake des Fahrzeugs wurde ein GPS-Signal empfangen. Dieses deutete darauf hin, dass MONACA das Meereis überwunden hatte und an die Oberfläche gelangt war.

Unmittelbar nach der Sichtung wurde die Bergung eingeleitet: Durch die Erfahrung der Besatzung und die koordinierte Zusammenarbeit konnte «MONACA» erfolgreich und unbeschädigt geborgen werden. (Foto: JARE67 Miho Ikeda)

Am Morgen des 21. März machte sich das Team gemeinsam mit der Besatzung des Forschungsschiffs auf den Weg zur angegebenen Position. Gegen 8:20 Uhr wurde die kleine rote Antenne des Roboters in etwa 800 Metern Entfernung gesichtet. Kurz darauf begann die Bergung, die erfolgreich und ohne Schäden am Fahrzeug abgeschlossen werden konnte.

Der Vorfall verdeutlicht die Herausforderungen beim Einsatz autonomer Systeme in extremen Umgebungen. Gleichzeitig liefert die Mission wertvolle Daten über das Verhalten solcher Fahrzeuge unter realen Bedingungen und soll zur Verbesserung zukünftiger Einsätze beitragen.

Heiner Kubny, PolarJournal

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