Oden startet zur Kanada-Schweden-Arktisexpedition 2026

Der schwedische Forschungseisbrecher Oden wird derzeit im Hafen von Helsingborg für eine internationale Forschungsmission in den Arktischen Ozean ausgerüstet. In den vergangenen Tagen wurden wissenschaftliche Instrumente installiert sowie Winden, Labore und weitere technische Systeme des Schwedischen Polarforschungssekretariats für den Einsatz vorbereitet.
Vom 10. August bis 20. September 2026 wird die Oden gemeinsam mit dem kanadischen Eisbrecher CCGS Louis S. St-Laurent eine sechswöchige Expedition in den zentralen Arktischen Ozean durchführen. Geleitet wird die Mission vom Schwedischen Polarforschungssekretariat und dem Geologischen Dienst Kanadas.

Ein zentrales Ziel der Expedition ist die hochauflösende Kartierung des Meeresbodens im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS). Die gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, die geologische Struktur des arktischen Ozeanbodens besser zu verstehen und wissenschaftliche Grundlagen für mögliche Festlandsockelansprüche zu schaffen.
Darüber hinaus umfasst das Forschungsprogramm zahlreiche weitere Disziplinen. Geplant sind Untersuchungen zur Meeresgeologie, geophysikalischen Kartierung, Meteorologie, Ozeanographie, Meereisdynamik sowie zu marinen Ökosystemen. Wissenschaftler aus Schweden, Kanada, Dänemark und Grönland arbeiten dabei eng zusammen. Auf dem kanadischen Eisbrecher begleiten zudem Inuit-Beobachter die Expedition und bringen ihr traditionelles Wissen über Meeressäugetiere in die Forschungsarbeiten ein.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Rahmen eines Ausbildungsprogramms erhalten Doktoranden und junge Forschende die Möglichkeit, Vorlesungen mit praktischer Feldarbeit und Datenerhebung unter Anleitung erfahrener Wissenschaftler zu verbinden.
Neben der Forschung setzt das Schwedische Polarforschungssekretariat auch auf den Austausch mit Gesellschaft und Kultur. Der schwedische Autor Andreas Norman nimmt im Rahmen des Künstlerprogramms an der Expedition teil, während Lehrer Henrik Swärd über das Lehrerprogramm an Bord geht. Beide sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse für ein breiteres Publikum zugänglich machen und neue Brücken zwischen Forschung, Kultur und Bildung schlagen.
Heiner Kubny, PolarJournal