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Polarstern-Neubau: Modell besteht Eistests erfolgreich

Heiner Kubny 9. April 2026 | Antarktis, Arktis, Expeditionen, Forschung, Wissenschaft
Bei der Konstruktion der neuen «Polarstern» sind wichtige Zwischenziele erreicht. Ein maßstabsgetreues Modell des künftigen Forschungseisbrechers absolvierte erfolgreich die Versuche im Eiskanal. (Foto: Alfred Wegener Institut / TKMS)

Wichtige Fortschritte beim Neubau des deutschen Forschungseisbrechers «Polarstern»: Ein maßstabsgetreues Modell des künftigen Schiffes hat die abschließenden Tests im Eiskanal erfolgreich bestanden. Damit ist ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung erreicht.

Anfang März absolvierte das 5,66 Meter lange Modell in der Hamburger Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) seine finalen Eistests. Dabei durchfuhr es künstlich erzeugtes Eis, das realen Bedingungen von bis zu 1,8 Metern Dicke entspricht. Auch anspruchsvolle Szenarien wie simulierte Presseisrücken meisterte das Modell souverän. Die umfangreichen Testreihen untersuchten das Verhalten des Schiffes sowohl im Eis als auch bei Seegang. Auf Basis detaillierter Messungen und Aufnahmen wurde die Rumpfform gezielt optimiert.

Während der Planungsphase der neuen «Polarstern» werden im Eiskanal umfangreiche Tests durchgeführt. Die Nachfolgerin des Forschungseisbrechers soll bis voraussichtlich 2030 in Wismar von TKMS gebaut werden. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annika Kropp)

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Auswahl der Hubschrauber: Die Entscheidung fiel auf den Airbus H145-D3. Dieser überzeugte unter anderem durch hohe Effizienz, geringe Emissionen sowie seine Eignung für anspruchsvolle Einsätze in Polarregionen. Zwei Maschinen werden künftig an Bord stationiert sein, um wissenschaftliche Missionen, logistische Aufgaben und Notfalleinsätze sicherzustellen.

Der Baubeginn des neuen Forschungseisbrechers ist für Frühjahr 2027 geplant. Um diesen Zeitplan einzuhalten, wird bereits jetzt die rechtzeitige Verfügbarkeit aller Schlüsselkomponenten sichergestellt.

Kavitationsversuche im Planungsprozess der neuen «Polarstern»: Durch Unterdruck an der Schiffsschraube entstehen Wasserdampfblasen, die Effizienz und Material beeinflussen können. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Annika Kropp)

„Die Vergabe der wesentlichen Aufträge ist ein entscheidender Schritt“, betont Oliver Burkhard, CEO von TKMS. „Mit unseren Partnern stellen wir sicher, dass die hohen Anforderungen an Qualität, Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit erfüllt werden.“

Die neue «Polarstern» wird als Flaggschiff der deutschen Meeres-, Polar- und Klimaforschung dienen. Finanziert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, entsteht das Schiff am Standort Wismar. Es wird die bisherige «Polarstern» ablösen, die seit über vier Jahrzehnten wissenschaftliche Expeditionen in Arktis und Antarktis ermöglicht.

Mit dem Neubau sichert Deutschland langfristig eine der modernsten und nachhaltigsten Forschungsinfrastrukturen für die Untersuchung der Polarregionen.

Heiner Kubny, PolarJournal

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