Russlands neues Polar-Flaggschiff nimmt Gestalt an

Der Bau des neuen russischen Forschungsexpeditionsschiffs „Ivan Frolov“ kommt planmäßig voran. Nach Angaben der Admiralty Shipyards ist der Rumpf inzwischen zu mehr als 50 Prozent fertiggestellt. Das Schiff entsteht im Auftrag von Roshydromet und soll künftig wissenschaftliche Expeditionen in der Arktis und Antarktis sowie die Versorgung russischer Polarstationen übernehmen.
Derzeit werden die Fundamente für den Maschinenraum installiert und die Vorbereitungen für den Einbau der Großanlagen getroffen. Der Stapellauf ist für 2027 vorgesehen, die Indienststellung soll 2028 erfolgen. Dann wird die „Ivan Frolov“ das bisherige Flaggschiff der russischen Polarflotte, die „Akademik Fedorov“, ablösen und für mindestens 30 Jahre im Einsatz bleiben.

Mit einer Länge von knapp 165 Metern, einer Verdrängung von rund 25.000 Tonnen und Platz für bis zu 240 Personen – darunter rund 170 Wissenschaftler – wird die „Ivan Frolov“ das weltweit größte Forschungsexpeditionsschiff sein. Das Schiff entspricht der russischen Eisklasse Arc7 und ist für anspruchsvolle Einsätze in eisbedeckten Gewässern ausgelegt.
An Bord können bis zu 20 wissenschaftliche Labore eingerichtet werden. Darüber hinaus verfügt das Schiff über ein Hubschrauberdeck für zwei Hubschrauber sowie Einrichtungen, mit denen Expeditionen auf Meereis oder unbefestigten Küsten anlanden und schwere Ausrüstung unter Polarbedingungen be- und entladen können.
Die „Ivan Frolov“ wird die Flotte des Arktis- und Antarktisforschungsinstituts (AARI) verstärken. Das Institut gehört zu Roshydromet und zählt mit mehr als 105 Jahren Forschungsgeschichte zu den bedeutendsten Polarforschungs-Einrichtungen der Welt. Es organisiert die russischen Forschungs- und Versorgungsaktivitäten in der Arktis und Antarktis und hat nach eigenen Angaben bislang rund 1.200 Expeditionen in beide Polarregionen durchgeführt.
Heiner Kubny, PolarJournal