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Sonnenfinsternis 2026: Tipps für beeindruckende Bilder

Heiner Kubny 28. Juli 2026 | Arktis, Grönland, Nordpol
Bereit für die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026: Kamera, Teleobjektiv, stabiles Stativ und ein sicher montierter Sonnenfilter bilden die Grundlage für gelungene und sichere Aufnahmen der partiellen Phasen.

Am Abend des 12. August 2026 richtet sich der Blick von Millionen Menschen gen Himmel. Eine der spektakulärsten totalen Sonnenfinsternisse der kommenden Jahrzehnte zieht über den Nordatlantik, Grönland, Island und Spanien. Besonders entlang der Nordküste Spaniens – von Asturien über Kantabrien bis ins Baskenland – werden sich tausende Hobbyfotografen und Profis versammeln, um das seltene Naturschauspiel festzuhalten.

Die Totalität dauert je nach Standort bis zu rund zwei Minuten. In dieser kurzen Zeit verwandelt sich der Tag in eine unheimliche Dämmerung, die Temperatur sinkt spürbar, Sterne werden sichtbar und die filigrane Sonnenkorona erscheint am Himmel. Für Fotografen bedeutet das: Es gibt keine zweite Chance. Eine gute Vorbereitung ist entscheidend.

Die AstroSolar® Silber/Gold-Folie wurde speziell für die sichere visuelle Sonnenbeobachtung ohne Vergrößerung entwickelt und wird ausschließlich zur Herstellung von Sonnenbeobachtern verwendet. Sie ermöglicht eine sichere Beobachtung von Sonnenfinsternissen und Sonnenflecken.

Sicherheit geht vor

Während aller partiellen Phasen muss die Sonne mit einem geeigneten Sonnenfilter fotografiert werden. Gleiches gilt für das Beobachten durch Sucher, Ferngläser oder Teleskope. Nur während der eigentlichen Totalität darf der Filter entfernt werden – und muss unmittelbar nach dem Ende der Totalität wieder aufgesetzt werden.

Die Kamera vorbereiten

Unabhängig davon, ob eine spiegellose Systemkamera, eine Spiegelreflexkamera oder eine hochwertige Bridgekamera verwendet wird: Empfehlenswert sind die manuelle Belichtungssteuerung (M), das Fotografieren im RAW-Format und ein stabiles Stativ.

Wer mit langen Brennweiten arbeitet, sollte Bildstabilisatoren auf dem Stativ deaktivieren. Ein Fernauslöser oder ein Intervalltimer verhindert Verwacklungen und erleichtert das Arbeiten während der hektischen Sekunden der Totalität.

Auch Autofokus-Systeme können kurz vor der Totalität Schwierigkeiten bekommen. Deshalb empfiehlt es sich, den Fokus bereits vorher exakt einzustellen und anschließend auf manuellen Fokus umzuschalten.

Die Karte zeigt langfristige klimatologische Trends. Dies ist aber keine Wettervorhersage. Sie basiert auf 20 Jahren ERA5-Reanalysedaten und dient der groben Planung. Für den Finsternistag sind aktuelle Wetterprognosen entscheidend. (Grafik: The Eclipse App)

Belichtung während der Totalität

Die Helligkeit der Sonnenkorona variiert enorm – vom gleißend hellen inneren Bereich bis zu den extrem lichtschwachen äußeren Strukturen. Eine einzige Aufnahme kann diesen Dynamikumfang kaum erfassen.

Bewährt hat sich daher eine Belichtungsreihe. Je nach Kamera lassen sich automatische Belichtungsreihen nutzen oder die Belichtungszeit wird während der Totalität manuell angepasst.

Typische Belichtungszeiten bei ISO 100 und einer Blende zwischen f/8 und f/11 sind:

MotivBelichtungszeit
Diamantring1/2000–1/1000 s
Protuberanzen1/500–1/250 s
Innere Korona1/125–1/30 s
Mittlere Korona1/15–1/4 s
Äußere Korona1/2–2 s

Diese Werte dienen lediglich als Orientierung. Je nach Objektiv, Sensor und Transparenz der Atmosphäre können Anpassungen notwendig sein.

20. März 2015, Spitzbergen: Bereit für den großen Moment – die Kameras sind ausgerichtet, die Ausrüstung vorbereitet. Wenige Augenblicke später begann die totale Sonnenfinsternis, eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Arktis.

Welche Brennweite eignet sich?

Bereits mit einem Teleobjektiv von 200 Millimetern lässt sich die Sonne formatfüllend darstellen. Wer die feinen Details der Korona zeigen möchte, verwendet Brennweiten zwischen 400 und 800 Millimetern.

Mindestens ebenso eindrucksvoll sind jedoch Weitwinkelaufnahmen. Sie zeigen die verfinsterte Sonne zusammen mit der Landschaft, den Farben des Horizonts oder den Reaktionen der Menschen. Viele Fotografen arbeiten deshalb mit zwei Kameras gleichzeitig.

Den Moment genießen

So verlockend perfekte Bilder auch sind: Die Totalität dauert nur wenige Minuten. Wer ununterbrochen auf Display und Kamera blickt, verpasst leicht den emotionalsten Teil des Ereignisses.

Viele erfahrene Astrofotografen programmieren ihre Kameras deshalb möglichst weitgehend vor oder verwenden Intervallaufnahmen. So bleibt genügend Zeit, die Sonnenkorona auch mit eigenen Augen zu betrachten – ein Erlebnis, das Fotografien nur unvollständig wiedergeben können.

Mit guter Vorbereitung, der richtigen Ausrüstung und etwas Wetterglück gelingen spektakuläre Aufnahmen wie diese. Viel Erfolg und klare Sicht bei der Sonnenfinsternis!

Checkliste für den Finsternistag

  • Kamera und Objektive am Vortag überprüfen.
  • Akkus vollständig laden und Ersatzakkus mitnehmen.
  • Genügend Speicherkarten bereithalten.
  • Stativ und Fernauslöser testen.
  • Sonnenfilter sicher befestigen.
  • Aufnahmeablauf vorab mehrmals üben.
  • Wetterentwicklung beobachten und genügend früh am Standort sein.
  • Den Sonnenfilter erst während der Totalität entfernen und unmittelbar danach wieder montieren.

Die totale Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 gehört zu den außergewöhnlichsten Naturereignissen dieses Jahrzehnts. Mit guter Vorbereitung, der richtigen Ausrüstung und etwas Übung stehen die Chancen ausgezeichnet, nicht nur beeindruckende Fotos mit nach Hause zu bringen, sondern auch einen jener seltenen Momente zu erleben, die man sein Leben lang nicht vergisst.

Heiner Kubny; PolarJournal

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