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Sveagruva öffnet Türen für die Wissenschaft

Léa Zinsli 3. April 2026 | Arktis, Expeditionen, Gesellschaft, Spitzbergen, Wissenschaft
Vor kurzem umfunktioniertes und wiedereröffnetes Gebäude als Forschungsbasis in Svea und Umgebung (Foto: Noemi Segura Sole)

Am 4. März wurde Sveagruva, auch bekannt als Svea, offiziell als Forschungsbasis eröffnet. Die lokale Universität auf Spitzbergen UNIS (The University Center Svalbard) erhielt dafür die Nutzungsrechte vor Ort. Bisher war der Osten Spitzbergens aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit im Vergleich zum Westen weitgehend unerforscht. Svea bietet nun einen strategischen Ausgangspunkt für Feldforschungen. Von Longyearbyen aus dauert die Anreise mit dem Schneemobil etwa ein bis zwei Stunden, sodass Forschende von der Basis aus auch entlegenere Gebiete erreichen und umfangreichere Studien durchführen können.

Die Region um Svea gilt als Hotspot für sogenannte Surging-Gletscher, Gletscher, die sich in bestimmten Perioden deutlich schneller bewegen als üblich. „Dies ist eines der am wenigsten verstandenen Phänomene im Zusammenhang mit dem Kollaps von Gletschern“, sagt der Glaziologe Andy Hodson von UNIS gegenüber der Lokalzeitung Svalbardposten, der an der feierlichen Eröffnung teilnahm. Auch die Geologie unterscheidet sich stark von den Plateaubergen rund um Longyearbyen und bietet einzigartige Möglichkeiten für geologische Untersuchungen.

UNIS-Studierende bei Feldarbeiten auf dem Meereis nahe Svea (Foto: Noemi Segura Sole)

Ein weiterer Vorteil von Svea ist die stabile Meereisdecke im Van-Mijen-Fjord. Früher konnten Probenanalysen nur vom Boot aus erfolgen, was ein Aufbrechen des Eises erforderte. Heute verfügt die Basis über Laboreinrichtungen, die eine unmittelbare Analyse der Proben vor Ort ermöglichen und die Effizienz und Präzision der Arbeit erhöhen.

Svea blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich als schwedische Bergbausiedlung Sveagruva im Jahr 1917 gegründet, wurde hier über die Jahre immer wieder Kohle abgebaut, der letzte Abbau endete 2016. Nach der Schließung des Bergwerks wurde nahezu die gesamte Infrastruktur entfernt, darunter Häuser, Straßen und Piere. Erhalten blieben nur drei Gebäude aus der Zeit vor 1946 und einige Überreste der frühesten Bergbauperiode. Das Gebiet wurde so weit wie möglich in seinen natürlichen Zustand zurückgeführt und der Abschluss der Aufräumarbeiten wurde im September 2023 gefeiert.

Innenansicht des Gebäudes, das als Forschungsbasis in Svea dient (Foto: Noemi Segura Sole)

Mit der Forschungsbasis Svea können UNIS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende zuvor unzugängliche Regionen erkunden, seltene Gletscherphänomene untersuchen und das Verständnis für die einzigartigen Landschaften und Ökosysteme im Osten Spitzbergens vertiefen. Für die Arktisforschung öffnet Svea neue Türen.

Léa Zinsli, PolarJournal

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