Türkei baut Arktisforschung aus

Die 6. Nationale Arktische Wissenschaftliche Forschungsexpedition (TASE-VI) hat ihre Arbeiten im Hohen Norden erfolgreich abgeschlossen. Zwölf türkische Wissenschaftler sowie drei internationale Forscher aus Argentinien, Bulgarien und Uruguay führten dabei zwölf Forschungsprojekte zu Klimawandel, marinen Ökosystemen, Weltraumtechnologien und Satellitennavigation durch.
Die vom Polarforschungsinstitut KARE des Forschungsrats TÜBİTAK organisierte Expedition führte das Team bis zum 82. Breitengrad Nord. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen des Klimawandels auf Gletscher, Ozeane und empfindliche arktische Ökosysteme sowie die Erfassung wertvoller Langzeitdaten.

Ein Schwerpunkt der Mission war die Untersuchung der Meeresökosysteme. Mithilfe von Unterwasserrobotern, Drohnen und Kameras dokumentierten die Forschenden die Besiedlung des Meeresbodens an 28 Standorten sowie Veränderungen im Bereich von Gletscherfronten. Die wiederholten Untersuchungen an denselben Messgebieten rund um Spitzbergen liefern wichtige Erkenntnisse über die Gletscherschmelze und die Vermischung von Süß- und Meerwasser.
Weitere Projekte befassten sich mit der Erprobung neu entwickelter Nanomaterialien unter extremen arktischen Bedingungen sowie mit der Untersuchung von Exosomen arktischer Fischarten, die für künftige biotechnologische Anwendungen von Interesse sein könnten. Darüber hinaus testete ein Forschungsteam verschiedene hochpräzise GNSS-Positionierungssysteme, um die Zuverlässigkeit der Satellitennavigation unter den schwierigen Bedingungen der Arktis zu verbessern.

Die während der Expedition gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, Klimamodelle zu verfeinern und die Auswirkungen des Klimawandels auf die empfindlichen Ökosysteme der Arktis besser zu verstehen. Mit der erfolgreichen TASE-VI-Expedition unterstreicht die Türkei zugleich ihren wachsenden Anspruch, sich als aktiver Partner in der internationalen Polar- und Klimaforschung zu etablieren.
Heiner Kubny, PolarJournal