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Überraschend viel Kabeljau-Nachwuchs vor Spitzbergen

Heiner Kubny 24. September 2026 | Arktis, Forschung, Spitzbergen, Tiere
Ein Atlantischer Kabeljau (Gadus morhua). In den Gletscherfjorden Spitzbergens haben norwegische Meeresforscher ungewöhnlich viele junge Kabeljaue gefunden. Nun wird untersucht, ob sich die Art mit der Erwärmung der arktischen Gewässer weiter nach Norden ausbreitet. (Foto: Wilhelm Thomas Fiege / Wikimedia Commons)

In den Gletscherfjorden Spitzbergens finden norwegische Meeresforscher überraschend viele junge Kabeljaue. Nun untersuchen sie, ob sich der Atlantische Kabeljau mit der Erwärmung der Arktis zunehmend weiter nach Norden ausbreitet.

Bei einer Pilotexpedition 2024 entlang der Westküste Spitzbergens fingen Forschende in einigen Fjorden mehr Kabeljau-Jungfische als an vergleichbaren Stationen entlang der norwegischen Festlandküste. Zudem wurden zwei genetisch unterschiedliche Kabeljautypen nachgewiesen.

Ein Gletscher mündet in einen Fjord auf Spitzbergen. Die Erwärmung der arktischen Gewässer verändert dort zunehmend die Lebensbedingungen für Fische. (Foto: Heiner Kubny)

Nun untersucht ein Team des Havforskningsinstituttet (HI) gemeinsam mit UNIS und der UiT Norges arktiske universitet acht Gletscherfjordgebiete rund um Spitzbergen und Nordaustlandet. Dabei soll geklärt werden, ob diese Fjorde zunehmend wichtige Aufwuchsgebiete für Kabeljau werden.

Wärmeres Wasser verändert die Fjorde

Die Entwicklung könnte mit der raschen Erwärmung der Region zusammenhängen. Atlantische Arten dringen weiter nach Norden vor, während nährstoffreiches Schmelzwasser die Planktonproduktion in den Fjorden fördern kann.

„Dies stimuliert die Planktonproduktion und schafft wichtige Aufwuchsgebiete für Fischlarven“, erklärt Meeresforscher Kjell Nedreaas vom Havforskningsinstituttet.

Ein Polardorsch (Boreogadus saida) sucht Schutz in einem Hohlraum im Eis. Die Art ist besonders an die extrem kalten Bedingungen der arktischen Meere angepasst und spielt eine wichtige Rolle im dortigen Nahrungsnetz. (Foto: Erling Svensen / Ocean Photo, CC BY 4.0)

Neben Kabeljau untersucht das Team auch Polardorsch, Zooplankton und Quallen sowie Temperatur, Salzgehalt und weitere ozeanographische Bedingungen.

Ob sich der Kabeljau dauerhaft in größerer Zahl in Spitzbergens Gletscherfjorden etablieren wird, ist noch offen. Die Beobachtungen zeigen jedoch, wie schnell sich ehemals stark arktisch geprägte Fjorde verändern und für Arten aus dem Nordatlantik attraktiver werden.

Heiner Kubny, PolarJournal

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