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Verdächtige Manöver über Spitzbergens Unterseekabeln

Heiner Kubny 17. September 2026 | Arktis, Politik, Spitzbergen
Ein russischer Fischtrawler im Hafen von Båtsfjord in Nordnorwegen. Russische Fischereischiffe dürfen weiterhin in bestimmten norwegischen Gewässern operieren. Mehrere Trawler wurden zuletzt wiederholt über den Trassen der Unterseekabel zwischen dem norwegischen Festland und Spitzbergen registriert. (Foto: Joachim Kohler / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Mehrere russische Fischereischiffe haben in den vergangenen Tagen wiederholt die Trassen der Unterseekabel zwischen dem norwegischen Festland und Spitzbergen gekreuzt. Die Fahrten sind legal und kein Beweis für Sabotage. Angesichts früherer Kabelschäden werden die Bewegungen dennoch aufmerksam beobachtet.

Wie High North News Anfang September 2026 unter Berufung auf AIS-Daten berichtet, wurden mehrere russische Trawler wiederholt über den Trassen des Svalbard Undersea Cable System registriert. Die beiden Glasfaserkabel verbinden Spitzbergen mit dem norwegischen Festland und sind für die Kommunikation des Archipels von zentraler Bedeutung.

Das Svalbard Undersea Cable System (SUCS) verbindet Longyearbyen auf Spitzbergen über zwei Glasfaserkabel mit dem norwegischen Festland. Die Karte zeigt zudem die geplante Verbindung Arctic Way, die über die weiter westlich gelegene Insel Jan Mayen führen soll. Die Unterseekabel bilden eine zentrale Kommunikationsverbindung für den Archipel. (Grafik: PolarJournal)

Die Schiffe hielten sich in Gewässern auf, in denen russische Fischerei erlaubt ist. Wiederholte Überquerungen einer Kabeltrasse sind bei Trawlern zudem nicht ungewöhnlich, da sie beim Schleppnetzfischen häufig dieselben Gebiete mehrfach befahren. Hinweise darauf, dass die Schiffe die Kabel gezielt überwachten oder beschädigen wollten, gibt es bislang nicht.

Aufmerksamkeit erregen die Fahrbewegungen vor allem wegen eines Vorfalls im Januar 2022. Damals wurde eines der beiden Spitzbergen-Kabel beschädigt. Ermittler gingen von einer menschlichen Einwirkung aus. AIS-Daten zeigten, dass der russische Trawler Melkart 5 zuvor mehrfach über die betreffende Stelle gefahren war. Ein vorsätzliches Handeln konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Die aktuellen Beobachtungen verdeutlichen damit ein grundsätzliches Problem: Kritische Unterwasser-Infrastruktur und reguläre Fischerei nutzen in der Arktis teilweise dieselben Meeresgebiete. Dadurch können selbst legale Schiffsbewegungen schnell sicherheitspolitische Aufmerksamkeit erregen.

Heiner Kubny, PolarJournal

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