Verdächtige Manöver über Spitzbergens Unterseekabeln

Mehrere russische Fischereischiffe haben in den vergangenen Tagen wiederholt die Trassen der Unterseekabel zwischen dem norwegischen Festland und Spitzbergen gekreuzt. Die Fahrten sind legal und kein Beweis für Sabotage. Angesichts früherer Kabelschäden werden die Bewegungen dennoch aufmerksam beobachtet.
Wie High North News Anfang September 2026 unter Berufung auf AIS-Daten berichtet, wurden mehrere russische Trawler wiederholt über den Trassen des Svalbard Undersea Cable System registriert. Die beiden Glasfaserkabel verbinden Spitzbergen mit dem norwegischen Festland und sind für die Kommunikation des Archipels von zentraler Bedeutung.

Die Schiffe hielten sich in Gewässern auf, in denen russische Fischerei erlaubt ist. Wiederholte Überquerungen einer Kabeltrasse sind bei Trawlern zudem nicht ungewöhnlich, da sie beim Schleppnetzfischen häufig dieselben Gebiete mehrfach befahren. Hinweise darauf, dass die Schiffe die Kabel gezielt überwachten oder beschädigen wollten, gibt es bislang nicht.
Aufmerksamkeit erregen die Fahrbewegungen vor allem wegen eines Vorfalls im Januar 2022. Damals wurde eines der beiden Spitzbergen-Kabel beschädigt. Ermittler gingen von einer menschlichen Einwirkung aus. AIS-Daten zeigten, dass der russische Trawler Melkart 5 zuvor mehrfach über die betreffende Stelle gefahren war. Ein vorsätzliches Handeln konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Die aktuellen Beobachtungen verdeutlichen damit ein grundsätzliches Problem: Kritische Unterwasser-Infrastruktur und reguläre Fischerei nutzen in der Arktis teilweise dieselben Meeresgebiete. Dadurch können selbst legale Schiffsbewegungen schnell sicherheitspolitische Aufmerksamkeit erregen.
Heiner Kubny, PolarJournal